Prüfungen
(Koshinkan Prüfungsordnung bis 1. Kyu) [207 KB]

Zum Erlangen des nächsthöheren Schüler- bzw. Meistergrades werden Prüfungen nach einem festen Programm und einer Wartezeit, je nach Kyu- und Dan-Graden verschieden, abgelegt. Die Programme der Prüfungen unterscheiden sich von Verband zu Verband, gelegentlich gibt es sogar Unterschiede in einzelnen Dōjō. Das Ablegen der Prüfungen dient als Ansporn und Bestätigung des Erreichten, ähnlich wie in unserem Schulsystem. In den Prüfungen wird auf Technikausführung, Haltung, Aufmerksamkeit, Kampfgeist, Konzentration und Willen geachtet. Der Gesamteindruck entscheidet. Bei höheren Meistergraden (meist ab dem 5. Dan) erhöht sich der theoretische Prüfungsanteil erheblich. In einigen wenigen Organisationen werden diese Dangrade gar nur aufgrund besonderer Leistungen und Verdienste verliehen. Im Shotokai ist der 5. Dan (Godan) die höchste Auszeichnung.


Unsere Gürtelfarben



Unterstufe:

Mit Beginn des ersten Trainings erhält der neue Karateka den 10. Kyu. Dieser wird meistens durch das Tragen des weißen Gürtels im Training dargestellt.


9. Kyu: Erst nach der ersten Prüfung ist der Karateka offiziell berechtigt den weißen Gürtel (oder halbgelb) zu tragen. Die Prüfung zum 9. Kyu verlangt vom Karateka das Verstehen und Umsetzen verschiedener einfacher Techniken.

8. Kyu: Die zweite Stufe ist der gelbe Gürtel. Die einzelnen Grundtechniken werden weiter verbessert und oft in Kombinationen von Abwehr und Konterangriff geübt und trainiert. Das Training mit und am Partner wird intensiviert.

7. Kyu: Orange ist die Farbe der dritten Stufe und die letzte Farbe der Grundstufe. Der Anfänger verlässt das Stadium des puren Kopierens der Techniken vom Trainer und erlernt mit Hilfe des Trainers diese so umzusetzen, dass die Techniken seinem Körpervoraussetzungen gerecht werden. Es werden neue Partnerübungen vermittelt und trainiert.



Mittelstufe:

6. Kyu: Karateka der vierten, der grünen Stufe haben inzwischen die Grundtechniken erlernt und verstehen es, diese auch korrekt auszuführen und am Partner zu demonstrieren. Erste, komplexere Kombinationen können mit dem Partner trainiert werden. Das Katatraining wird intensiviert und Einblicke in die nächsten Schritte werden vom Trainer gewährt.

5. und 4. Kyu: Blau, die Grundlagen sind vermittelt, aber werden stetig weiter trainiert. In Verbindung mit komplexeren Kombinationen erlernt der Karateka den korrekten und fließenden Einsatz der Hüfte zur Unterstützung der einzelnen Techniken. Langsam, aber stetig wird der Karateka an freiere Kampfübungen herangeführt. Die Anwendung der Techniken aus Kata in realen Situationen (Bunkai) wird vermittelt. Es eröffnen sich automatisch neue Horizonte im Training. Diese Stufe ist schwerer als alle zuvor, daher gibt es zwei violette Gürtel.



Oberstufe:

3. bis 1. Kyu: Die sechste Farbe ist braun. Diese letzte Farbstufe ist bei weitem die komplexeste Stufe. Der Karateka muss es schaffen die bis hier Techniken zu verstehen. Das Verständnis für alles bis dahin erlernte muss soweit wachsen, dass der Karateka dieses auch weitergeben kann. Häufig sollte man in dieser Stufe auch die Möglichkeit ergreifen Trainingsstunden in den Unterstufen zu geben. Eine der schwierigsten Aufgaben ist es zu erlernen die Grundtechniken im Freikampf anzuwenden.